Unsere Geschichte

Neben den Lutheranern und Reformierten bildete unsere Gemeindebewegung schon im 16. Jahrhundert den dritten Flügel der Reformation. Heute ist der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) mit 88.000 Mitgliedern die größte Freikirche in Deutschland. Und wir sind eine Gemeinde innerhalb dieses Bundes.

2010 – 75 Jahre Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Siegen-Geisweid

Am 12. und 13. Juni 2010 feierte die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Siegen-Geisweid ihr 75-jähriges Bestehen. Dabei gehen die Anfänge bereits auf die Jahre 1912 und 1913 zurück. 1920 begann die Gemeinde bereits mit der Suche nach einem geeigneten Versammlungsraum weil die Teilnehmerzahlen in den ursprünglichen Hausgemeinden enorm angestiegen waren. Darum wurde ein Baufonds gegründet, doch die Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts machte zunächst alle Bemühungen zum Bau einer eigenen Kapelle zunichte.

Mit der Berufung von Pastor Brauns in die Gemeinde – Gummersbach-Derschlag bekam die hiesige Gemeinde Ende der 20-er-Jahre einen engagierten Förderer der Arbeit im damaligen Klafeld-Birlenbach. So konnte 1928 mit dem Bau der heute so genannten „Kleinen Kapelle“ begonnen werden.

Gründung der Gemeinde in Geisweid

Am Sonntag, dem 16. Januar 1935, wurden die Zweiggemeinden (Stationen) der Gemeinde Derschlag in Klafeld, Büschergrund und Neunkirchen zur Ortsgemeinde Klafeld-Siegen verbunden. Am gleichen Tag wurde ihr erster Pastor, Martin Hähnel, in seinen Dienst eingeführt, der die Gemeinde mit nun 152 Mitgliedern, die kommenden 13 Jahre in Zeiten großer Armut und Not, unter der Last und den Folgen des 2. Weltkriegs leitete. So wuchs die Zahl der Mitglieder bis Ende 1945 auf insgesamt 230 Personen an. Ende 1947 verzeichnete die Gesamtgemeinde bereits 307. Auch der Männerchor der Gemeinde wurde bereits gegründet.

Ende 1952 hatte die Gesamtgemeinde 385 Mitglieder Das herausragende bauliche Ereignis dieser Jahre war der Bau der heute als „Große Kapelle“ bezeichneten neuen Kapelle mit dem Namen „Christus-Kirche“, die am 20. April 1958 eingeweiht wurde und 550 Personen Platz bietet. Im vorderen Teil des Saals befindet sich das Taufbecken, rechts und links daneben die erforderlichen Nebenräume zum Umkleiden.
Damals fand auch die Berufung der Diakonisse Anni Kuczewski als Gemeindeschwester statt. „Schwester Anni“, wie sie von allen liebevoll genannt wurde, hat ihren engagierten, motivierten und motivierenden Dienst in der Seelsorge und der konkreten Hilfe und Unterstützung der Älteren und der Kranken bis 1976 in der Gemeinde ausgeübt und ist noch heute vielen Gemeindemitgliedern in guter Erinnerung.

Die wachsenden Mitgliederzahlen machten es nötig, noch ein Nachbarhaus käuflich zu erwerben und dort eine Pastorenwohnung einzurichten, damit die alte Kapelle vollständig für die verschiedenen Gruppenarbeiten genutzt werden konnte. Außerdem wurde eine Teestubenarbeit gestartet. Am Bürbacher Weg in Siegen wurde ein Haus gekauft, in dem sich insbesondere die Siegener Geschwister versammeln konnten. Viele Jahre später fanden hier auch Treffen der jungen Gemeinde statt.

Eine wichtige Arbeit für die Gemeinde war zu dieser Zeit die Chorarbeit. Sowohl der Gemischte Chor als auch der Männerchor waren vielfältig in die Gestaltung der Gottesdienste der Gemeinde mit eingebunden. Der Gemischte Chor feierte regelmäßig alle fünf Jahr sein jeweiliges Jubiläum mit einem großen Konzert, welches oft Resonanz weit über die Gemeindegrenzen hinaus fand. Der Männerchor war in zahlreichen evangelistischen Einsätzen in verschiedenen Städten Deutschlands eingebunden, z.B. in Gütersloh, Pinneberg, Landau, Bad Krayburg und Gedern.

1969 verlies Pastor Kahl die Gemeinde und im November des gleichen Jahres wurde Pastor Werner Höller als sein Nachfolger berufen. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern konnte er als erster Pastor das gerade gekaufte Pastorenhaus beziehen. Sein evangelistischer Predigtdienst führte ihn regelmäßig auch zu Evangelisationen an andere Orte des Landes. Er blieb bis zum September 1980 als Pastor in der Gemeinde. 1978 folgte die Verselbständigung der bisherigen Zweiggemeinden Neunkirchen und Freudenberg-Büschergrund. Die nun eigenständige Gemeinde Siegen-Geisweid hatte nach dem Weggang der Freudenberger und Neunkirchener Mitglieder 377 Mitglieder. Ende April 1984 verließen weitere ca. 50 Gemeindemitglieder die Gemeinde und trafen sich fortan als „Weidenauer Kreis“. Daraus entstand die heutige Weidenauer Gemeinde.
1985 wurde Artur Lienhard, als neuer Pastor der Gemeinde berufen, 1987 Esther Dietermann als Diakonin für Gemeinde- und Kinderarbeit. Regelmäßige Kinderwochen bzw. -tage sowohl in der Gemeinde als auch am Westhang wurden nun durchgeführt. In diesen Kinderstunden waren bis zu 120 Kinder anwesend.

Bis weit in die 90er Jahre hinein gab es regelmäßige Evangelisationen, die teilweise als Zeltevangelisation gestaltet wurden. Evangelisten wie Manfred Priebe, Wilfried Bohlen, Werner Gitt und Rainer Wende waren als Redner sehr gefragt. Es gab regelmäßig Frauenbegegnungen mit Frühstück mit bekannten Referentinnen.

Artur Lienhard verließ die Gemeinde 1996 und als sein Nachfolger wurde 1998 Jürgen Tischler berufen, der bis Sommer 2009 den Dienst als Gemeindepastor versah. 1996 trat Jan Müller als Jugendpastor die Nachfolge für Esther Dietermann an. Er kümmerte sich bis zu seinem Weggang im November 1999 insbesondere um die Gemeindearbeit unter den jungen Leuten und baute die Jugendarbeit der Gemeinde neu auf. Ihm folgte im Juli 2000 Daniel Kliemt als Jugendpastor.

Gästegottesdienste und andere neue Konzepte

„Sonntag-Morgen-Live“, den Gästegottesdienst, in dem man mit zeitgemäßer Musik und Theater sowie einer kreativ gestalteten Predigt den Gästen begegnet, gibt es seit 1998. Er zählte oftmals zu den Highlights des Gemeindelebens. Teilweise fanden sich dazu weit über 200 Besucher ein. Hierbei ist besonders der offene Gottesdienst im McPlay-Indoor-Park in Freudenberg mit etwa 300 Teilnehmern im August 2006 zu erwähnen.

2001 hat die Gemeinde auch ihre Sonntagsschularbeit umstrukturiert und unter dem Namen „Abenteuerland“ ein neues Konzept eingeführt Ein Kreis Junger Erwachsener entwickelte sich 2003, in dem viele Studentinnen und Studenten der Universität Siegen zusammenkamen. Außerdem gibt es zahlreiche Kinder- und Jugendgruppen, in denen wöchentlich ein attraktives Programm für Kinder angeboten wird. Hier findet man Jumper, Kids-Club, Rasselbande und den Winterspielplatz, um nur einige zu nennen.

FABS-Wochen und TANKE als Anziehungspunkte

Ein weiteres Highlight ist die Ferien-Abenteuer-Bibel-Spaß-Arbeit, die sich aus der Ferien-Aktion der Gemeinde entwickelt hat. Nachdem in den vergangenen Jahren immer eine Woche Action auf dem „Kälberhof“ stattfand, geht man derzeit gerade dazu über, die Sonntagschularbeit nach dem Fabs-Konzept zu gestalten. 2006 hat die Gemeinde außerdem die sozial-diakonische offene Jugendarbeit „TANKE“ für Kinder und Jugendliche aus Birlenbach und Geisweid gestartet. Bereits nach kurzer Zeit wurden 80 bis 100 junge Leute erreicht, denen neben praktischer Hilfe z.B. bei den Hausaufgaben auch viel Hilfestellung in allen Lebensfragen geboten wurde.

Mit Ausstellungen von Bildern von Marc Chagall und mit Holzschnittbildern der Künstlerin Antje Wichtrey (zum Thema 60 Jahre Menschenrechte) wandte sich die Gemeinde in besonderer Weise an die Öffentlichkeit. In verschiedenen Jahren fanden Glaubengrundkurse nach dem Alpha-Kurs-Konzept statt. Mehrere Frauenkreise, ein Männerkreis, ein ständig wechselndes Musikteam und zahlreiche andere Gemeindegruppen runden das Bild der Baptistengemeinde ab. Besonders zu erwähnen ist hier der Seniorenkreis, die zurzeit mitgliederstärkste Gruppe der Gemeinde. Zum Jubiläum in diesem Jahr hat die Gemeinde 250 Mitglieder sowie weitere ca. 100 Kinder- und Freunde, die zur Gemeinde kommen.

Alle Gemeindemitglieder und Freunde sind am Jubiläumswochenende herzlich eingeladen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Am Samstag geht es um 15 Uhr los. Esther und Matthias Dichristin, die als Missionare zusammen mit ihren Kindern in Südafrika, dem Land der diesjährigen Fußball-WM leben, werden über ihre interessante Arbeit berichten. Kaffee und Kuchen, sowie herzhafte Gerichte vom Grill und Salatbuffet laden ein, es sich gemütlich zu machen und die Gelegenheit zu vielen Gesprächen zu nutzen. Am Abend um 19.45 Uhr gibt es einen festlichen Rückblick auf 75 Jahre EFG Siegen-Geisweid. Am Sonntag wird es um 10 Uhr einen Festgottesdienst geben, bei dem Pastor Dr. Horst Aflerbach von der Bibelschule Wiedenest die Ansprache halten wird. Anschließend besteht die Möglichkeit, sich beim Kirchenkaffee zu stärken.
Kontakt
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Siegen-Geisweid
Diesterwegstr. 13–15
57078 Siegen
Tel. +49 271 87819
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