Impuls

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„Suche Frieden und jage ihm nach!“
Andacht zur Jahreslosung 2019 aus Psalm 34, 15
Vor wenigen Tagen sind wir in ein neues Jahr gestartet. Vielleicht habt ihr euch gute Vorsätze für das Jahr 2019 gesetzt? Der eine möchte nach den üppigen Feiertagen weniger und bewusster Nahrung zu sich nehmen und sich noch ein wenig sportlich betätigen, um sein Idealgewicht zu erhalten. Der andere hat sich vielleicht vorgenommen, den kranken Nachbarn zu besuchen oder den verlorenen Kontakt zu Freunden wieder aufzunehmen. Oder jemand hat sich vorgenommen, die Gottesdienste regelmäßiger zu besuchen und am Gemeindeleben intensiver teilzuhaben.

Mit der Jahreslosung 2019 wird uns ein sinnvoller Vorsatz für unser Verhalten und unseren Beziehungen zu unseren Mitmenschen vorgegeben. Vom Wortlaut ist es eine Losung. Wer die Losung, d.h. das Geheimwort kennt, erhält Einlass. Und dieses Passwort sollten wir auf jeden Fall kennenlernen und beachten.

Aber was ist die Bedeutung von Frieden? Diese Frage habe ich mir bei der Vorbereitung dieser Andacht gestellt. Da ist es naheliegend zunächst mal im Lexikon nachzuschlagen. Bei Wikipedia heißt es dazu: „Frieden ist im heutigen Sprachgebrauch der allgemeine Zustand zwischen Menschen, sozialen Gruppen oder Staaten, in dem bestehende Konflikte in rechtlich festgelegten Normen ohne Gewalt ausgetragen werden. Der Begriff bezeichnet einen Zustand in der Beziehung zwischen Völkern und Staaten, der den Krieg zur Durchsetzung von Politik ausschließt.“

Frieden zwischen den Völkern ist wichtig. Das war auch mein erster Gedanke. Das wäre schön. Aber ich denke auch der Frieden im kleineren Stil, d.h. zwischen Menschen am Ort, am Arbeitsplatz, zwischen dir und mir gehört dazu.

David weiß hier in Psalm 34 auch, wovon er spricht. Wie viele Kriege hat er geführt oder war daran beteiligt. Da kann er von seinen Erfahrungen weitersagen, wenn nach einer feindlichen Auseinandersetzung mit Toten und Leid auf beiden Seiten wieder Friede im Land herrschte! Aber auch in den Beziehungen zu seinen Mitmenschen hat er Krieg und Frieden erlebt. Denken wir an seinen Ehebruch, bei dem er auch noch den betrogenen Ehemann umbringen ließ. Auch da war von ihm quasi Krieg in seinem Verhältnis zu Gott in Form der Sünde und Schuld gesät worden. David sehnte sich anschließend nach innerlichem Frieden, Vergebung und Frieden mit Gott.


1) Die Suche nach Frieden
„Suche Frieden und jage ihm nach!“

Mit diesen Worten fordert uns David auf, nach Frieden zu suchen und ihn, soweit es uns möglich ist, umzusetzen.

Die Jahreslosung aus Psalm 34, Vers 15 verschweigt uns hier den 1. Teil des Verses, der eigentlich schon Grundlage unseres Bemühens nach Frieden sein sollte. Ich lese uns den ganzen Vers 15 vor: „Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“

Ich musste so denken: JA, wenn wir diesen 1. Teil beherzigen, dann sind wir ja bereits dabei, Frieden zu stiften.

Die Sehnsucht nach Frieden treibt alle Menschen um, egal, ob sie Gott kennen oder nicht. Jeder Mensch sehnt sich im Grunde seines Herzens nach Frieden, nach Harmonie mit seiner Umwelt – von einzelnen krankhaften Ausnahmen mal abgesehen.

In der Weihnachtsbotschaft des Papstes ist von Frieden die Rede. Auch in den Ansprachen namhafter deutscher Politiker wird dieses Thema immer wieder aufgegriffen.
Und auch in der übrigen Welt wird immer wieder das Thema Frieden propagiert. Interessanterweise auch von korrupten Staatsführungen, die ihre Politik als Frieden verkaufen. Auch bei ineinander verfeindeten Ländern behauptet jeder für sich, eigentlich nur Frieden stiften zu wollen. Woran liegt das, dass die sogenannten Wahrheiten so weit auseinander liegen?

Auch im Zusammenleben einzelner Menschen gibt es immer wieder Diskrepanzen, obwohl jeder im Grunde ein friedliches Miteinander lieber hätte als ewigen Zoff oder Feindschaften. Selbst Arbeitskollegen untereinander begegnen sich eher mit Feindschaft statt mit Teamgeist, um die Betriebsziele besser und nachhaltiger zu erreichen.
Seien wir ehrlich, auch in unserer eigener Familie knirscht es hin und wieder und auch unter Christen funkt es schon mal kräftig.

Eigentlich wollen wir das gar nicht, aber das Böse ist häufiger stärker als der Wille Gutes zu tun. Das wird uns ja auch schon in Gottes Wort beschrieben. Es fängt schon im Paradies an, als Adam und Eva ungehorsam waren und somit Unfrieden mit Gott stifteten. Dieser Ungehorsam und Unfriede führte zur Vertreibung aus dem Paradies. Ein Leben in der Nähe Gottes war somit ausgeschlossen.

Und das sehen wir heute immer wieder: Da, wo sich Menschen feindselig begegnen, herrscht Unfrieden. Zwischenmenschliche Zerwürfnisse entstehen. Politische Krisen werden heraufbeschworen. Ein Wort gibt das Andere und ganz schnell befinden wir uns im Kampf untereinander. Besonders schlimm sind Auswirkungen, wenn aus diesem Unfrieden heraus ein Krieg zwischen Völkern hervorgerufen wird. Und dabei werden auch viele unschuldige Menschen mit hineingezogen und müssen schlimmstenfalls ihr Leben lassen.
Und immer wieder (zum Glück!)hören wir von Menschen, den Wunsch nach Frieden. Sie setzen sich auch sehr dafür ein, bisweilen lassen sie dafür ihr Leben, z.B.: in manchen Ländern (z.B. Nordkorea). Aber selbst, wo sie ein bisschen Frieden bewirken können, ist das nie von Dauer. Die Menschen sind von Geburt an Sünder und daher nicht auf die Dauer auf Frieden ausgerichtet. Es fehlt der Friede mit Gott, dem Schöpfer.


2) Frieden mit Gott
Warum ist der Friede mit Gott so wichtig und wie können wir diesen Frieden erlangen?
Die Bibel lehrt uns, dass Gott zutiefst Frieden für uns ersehnt – einfach, weil es seinem Wesen entspricht. Gott ist ein Gott des Friedens. Das sehen wir z.B. in 2. Kor. 13, 11 „ Zuletzt, Brüder und Schwestern, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.“ oder Phil. 4, 9 „Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.“

Schon im Alten Testament wird uns daher auch der von Gott kommende und verheißene Messias als Friedefürst vorgestellt. In Jesaja 9, 5 heißt es: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.“
Der Prophet Micha kündigt ihn in Micha 5 Vers 4 mit den Worten „Er wird der Friede sein“ an.

David fordert nicht ohne Grund zur Suche nach Frieden auf. Er hat selbst in seinem Leben viele Erfahrungen gemacht und Gott immer wieder als den vergebenden Herrn kennen gelernt. David weiß, wo echter Frieden zu finden ist.

Christen wissen noch viel mehr um echten Frieden mit Gott. Dazu ist Gott selbst Mensch geworden, indem er seinen Sohn Jesus Christus zu uns sandte, das Verhältnis zu uns Menschen in Ordnung zu bringen.

Jesus ist für unsere Sünden und Schuld der ganzen Welt gestorben und hat damit die Kluft oder den unüberwindbaren Abgrund zwischen Mensch und Gott überwunden. Jeder, der dieses Rettungsgeschenk annimmt, darf zu Gott kommen und damit echten Frieden erfahren. Dieser Friede ist noch viel wichtiger als alle menschlichen und weltlichen Friedensbemühungen zwischen den Völkern. Hier geht es um ewiges Leben und ewigen Tod! Durch Jesus Christus erhalten wir ewiges Leben, auch wenn unser sterblicher Leib einmal von dieser Erde abtreten muss. Das ist echter Frieden, den David meint. Frieden mit Gott!

In Kolosser 1, Vers 19 und 20 heißt es: „Denn Gott hat beschlossen, mit seiner ganzen Fülle in ihm (in Christus) zu wohnen und alles im Himmel und auf der Erde durch ihn mit sich zu versöhnen. Ja, Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss.“

Um mit Gott Frieden zu haben, geht kein Weg an Christus vorbei!

Und das Gute: Wir müssen uns diesen Frieden nicht selbst verdienen. Das notwendige Opfer dazu können wir selbst auch gar nicht bringen. Das kriegen wir umsonst!
Und da sehe ich auch die direkte Verknüpfung zur Jahreslosung 2018 aus Offenbarung 21, Vers 6: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Wir müssen dafür vom Grundsatz her nichts bezahlen.

Und wir sehen, diese beiden Losungen hängen eng zusammen. Das ist mir auch erst bei der Vorbereitung deutlich geworden. Frieden mit Gott, den ich mir schenken lassen kann - besser als jedes noch so schöne irdische Weihnachtsgeschenk!

Von diesem Frieden Jesu dürfen wir bereits jetzt, auch im Jahr 2019, teilhaben und profitieren. Jesus selbst sagt in Joh. 14, 27 zu seinen Jüngern: (ich zitiere aus der Übersetzung Hoffnung für alle): „ Auch wenn ich nicht mehr da bin, wird doch der Friede bei euch bleiben. Ja, meinen Frieden gebe ich euch – einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann. Deshalb seid nicht bestürzt und habt keine Angst!“

Je mehr wir Gott kennen lernen, desto mehr erschließt sich sein Friede für uns.


3) Auswirkungen des Friedens
Wir haben eben gehört, dass der Friede mit Gott nicht mit Gold erkauft werden kann, sondern er ist umsonst. Ich muss ihn mir durch Jesus Christus schenken lassen.

Die Grundlage für echten Frieden hat Gott also geschaffen. Aber trotzdem machen uns hier und jetzt viele Dinge Not. Ich denke da an Leid, Krankheit oder Tod eines Angehörigen, welches über uns hereinbricht. Auch wir als Christen sind davor nicht geschützt. Wir müssen unseren Kummer aber nicht verstecken. Wir dürfen ihn auch herausschreien und vor Gott bringen. So hat es auch David gemacht. Wenn wir unser Grundvertrauen in unseren Gott nicht verlieren, dürfen wir ihn als Vater erleben, der uns sieht und unsere Not wahrnimmt. Das wird unser Vertrauen an ihn am Ende sogar stärken. Gott nimmt uns ernst. Darüber werden wir ruhiger und der Friede in uns wächst. Wer Frieden mit Gott gefunden hat, wird auch Frieden mit sich selber finden.

Der Frieden mit Gott bewirkt im Leben eines Christen aber auch die Veränderung der Beziehungen mit Anderen.

Im Brief an die Römer in Kapitel 12, Vers 18 schreibt Paulus: „Soweit es irgend möglich ist und von euch abhängt, lebt mit allen Menschen in Frieden.“

Das ist zwar sehr zurückhaltend formuliert, denn Harmonie ist nicht immer möglich. Es entbindet uns aber nicht von der Verpflichtung, Frieden zu suchen, sogar im Umgang mit Nichtchristen!

Falls wir es mit dem von David geforderten Frieden Ernst meinen und dieser Losung oder ich sage „Aufforderung Gottes“ Ernst meinen, sollten wir zu Hause nochmals die Verse in Römer 12, 9-21 unter diesem Gesichtspunkt nachlesen.

Lassen wir uns ruhig mal die Zeit, darüber nachzudenken, wo stehe ich mit einem Mitmenschen oder Glaubensschwester oder -Bruder im Unfrieden. Ist da noch ein Konflikt offen? Da sollten wir den ersten Schritt tun und das Problem ansprechen. Bestenfalls kommen wir zu einer Versöhnung durch eine Entschuldigung oder vielleicht über das gemeinsame Gebet zu Gott.

Denkt auch an den Gottesdienst am letzten Sonntag des vergangenen Jahres. Da wurden uns verschiedene Gebetsanliegen genannt, für die wir besonders dankbar sein sollten. Da war unter anderem auch der Dank für die Glaubensgeschwister genannt. Das ist wirklich schön, dass wir diese Gemeinschaft erfahren dürfen. Sollte uns das nicht so viel wert sein, dass wir Frieden im eben geschilderten Sinne mit unsren Geschwistern anstreben? Ich denke ja. Gott möchte diesen Frieden und wir profitieren davon!
Vielleicht kann ja im nächsten Zeugnisgottesdienst jemand von seinen Erfahrungen im Nachjagen nach Frieden erzählen!

Ich fasse nochmals zusammen:
Die Sehnsucht nach Frieden steckt tief in jedem Menschen. Alle Versuche, ohne Jesus Frieden zu finden, sind zum Scheitern verurteilt, weil sie das Grundproblem unseres Unfriedens, die Trennung von unserem himmlischen Vater, nicht lösen können.

Gott hat ein großes Interesse daran, uns Frieden zu geben.
Der Friede Gottes ist ein Geschenk. Wir können ihn uns nicht erarbeiten.
Jesus ist unser Friede. Durch ihn bekommen wir Anteil am Frieden Gottes.
Friede mit Gott führt zu Frieden mit uns selbst und mit anderen Menschen.
Gottes Friede bringt Heilung.
Gelebter Friede unter Christen ist ein lebendiges Zeugnis für einen liebenden Gott.
Wir tragen eine Mitverantwortung für Frieden untereinander.

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ Diese Aufforderung gilt speziell für das Jahr 2019.

Bei allem Mühen darum, sollte uns klar sein, dass wir in diesem Leben ein Friedensreich auf Erden nicht erlangen können. Den vollkommenen Frieden wird es erst im Himmel und auf der neuen Erde geben wie in Offenbarung 21,3 und 4 nach der Schlachter-Übersetzung geschrieben: „Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird mit ihnen sein, ihr Gott. Und abwischen wird er jede Träne von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, und kein Leid, kein Geschrei und keine Mühsal wird mehr sein; denn was zuerst war, ist vergangen.“

Ich wünsche euch den Frieden mit Gott für das neue Jahr 2019.

Martin Kowalski mit Auszügen aus Jörg Ehlerding, BSK
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